
In den Weihnachtsferien machten sich 70 Jugendliche aus ganz Deutschland Gedanken darüber, wie sie etwas zur Besserung der Welt beitragen können. Sie tauschten sich in Studienkreisen aus, knüpften Freundschaften, lachten und schufen ein Gefühl der Einheit, das sie anschließend in ihre Nachbarschaften weitertrugen. Vom 1. bis 9. August findet das nächste Camp statt. Shakiba hat beide Treffen mitgestaltet. Im Gespräch mit Bahá’í vor Ort gibt sie Einblicke in die besondere Atmosphäre des Winter-Camps, bei dem Jugendliche aus ganz unterschiedlichen Realitäten zusammentrafen.
Die Einheit weitertragen
LANGENHAIN, Hessen. Nach andächtigen Gebeten und erfüllenden Liedern sitzen die 70 Teilnehmenden des Jugend-Camps ein vorerst letztes Mal zusammen. Sie reflektieren über das, was sie in der letzten Woche gelernt haben. Durch die Fenster sieht man das Haus der Andacht von Europa, das von einer pittoresken Schneelandschaft umgeben ist. Shakiba ist von der friedvollen Atmosphäre ergriffen: „Ich konnte mir im Vorfeld kaum vorstellen, wie so viele verschiedene Jugendliche in einer Woche eine so intensive Freundschaft aufbauen können. Aber vom ersten Tag an war eine starke Einheit spürbar. Es gab keine Grüppchenbildung, jeder wurde miteinbezogen. Es war einfach wunderschön!”

Miteinander neue Fertigkeiten üben
Über viele Wochen hinweg hat Shakiba in einem Team mitgeholfen, das Treffen liebevoll vorzubereiten. Sie selbst hatte vor knapp zwei Jahren im Rahmen eines vergleichbaren, jedoch regionalen Camps am Studienkreis Nachdenken über ein geistiges Leben teilgenommen. Das habe sie so inspiriert, dass sie diese Erfahrung nun auch anderen ermöglichen wollte. Sie erzählt: „Wir hatten ein Zitat als Leitmotto und haben dann sieben Studienkreise organisiert. Die Kurse befassten sich mit unterschiedlichen Themen wie z.B. Erziehung, bedeutungsvolle Gespräche führen, Dienst oder positive und negative Kräfte. Wenn ein Kurs eine neu erworbene Fertigkeit anwenden wollte, traf er sich mit einem der anderen Kurse. Wir übten uns darin, Kinderklassen anzuleiten, Geschichten zu erzählen oder Gespräche über den Bahá’í-Glauben zu führen. Dabei haben wir sehr viel gelacht!”
Eine transformierende Kraft
„Durch opferbereiten und beständigen Dienst werden die Seelen zu Werkzeugen göttlicher Absichten, die Herzen erleuchten und Gemeinschaften transformieren.”1
Dieses Leitzitat begleitete die Jugendlichen während des Camps und sollte darüber hinaus ermutigen, das Gelernte in die Tat umzusetzen. Shakiba ist überzeugt: „Wir sind alle so entflammt. Man kann jetzt gar nicht anders, als diese einzigartige Atmosphäre weiterzugeben. Irgendwo muss es einfach raus!” So erinnert sich Kian auch Wochen später noch daran, was er in seinem Studienkreis über wahre Liebe gelernt hat; und Taha berichtet: „Wir haben viel darüber geredet, dass Vorurteile und Ungerechtigkeit dem Frieden schaden. Deswegen sollten wir das vermeiden. Wir haben auch erkannt, dass sich bei der Gerechtigkeit zwischen Männern und Frauen viel verbessert hat, es aber immer noch Ungerechtigkeit gibt. Das wird sich hoffentlich bald ändern.”
Die inspirierenden Gespräche führten die Jugendlichen in ihren Nachbarschaften fort, setzten entstandene Ideen um und brachten ihre neu erworbenen Fertigkeiten in die Gemeinschaft ein. Viele freuen sich jetzt schon auf das Wiedersehen im August. Shakiba verrät: „Unser Ziel ist es, eine inspirierende Atmosphäre zu schaffen, in der wir uns gemeinsam geistig entwickeln können, unsere Fähigkeiten stärken und dann in unserem lokalen Umfeld umsetzen können.“

Wenn du zwischen 11 und 35 Jahre alt bist und am Jugend-Camp vom 01.–09.08. in Hofheim-Langenhain teilnehmen möchtest, melde dich hier an.
Fotos: Negin Zabihi
- Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Schreiben vom 31. Dezember 2001 an die Gläubigen der Welt ↩︎




