Über die Nationaltagungen – Abgeordnete wählen den Nationalen Geistigen Rat der Bahá’í

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Nationaltagung – Zu Ridván wählt die Bahá’í-Gemeinde ihren Nationalen Geistigen Rat. Dieser besteht aus neun Mitgliedern und wird jedes Jahr neu gewählt. Diese Wahl ist geprägt vom Geist der Meditation, Liebe und Demut. Es gibt keinen Wahlkampf und keine Debatten. Stattdessen kommen Abgeordnete aus ganz Deutschland zusammen, um über ihre Erfahrungen und Realitäten zu beraten und neue Impulse zu geben und zu empfangen.

Jedes Jahr, Ende April, kommen Abgeordnete aus ganz Deutschland für die Nationaltagung zusammen. Die Tagung dauert ein Wochenende und besteht aus gemeinsamen Beratungen und Austausch, sowie der Wahl des nächsten Nationalen Geistigen Rates.

Hier einige Stimmen von Abgeordneten im letzten Jahr:

Ferah reflektiert: „Ein herausstechendes Merkmal der Bahá’í-Wahl ist, dass es bei uns keine Kandidaturen gibt, es gibt keine Propaganda. Jeder wählt nach seinem Gewissen und Wissen die neun Mitglieder, die man am fähigsten hält.“

Sie erzählt weiter, von der Atmosphäre bei der Wahl. Diese ist geprägt von Gebet, Kontemplation und Demut. Alle Abgeordneten wählen im Geheimen. Diese andächtige Stimmung hält an, bis der letzte Stimmzettel in der Wahlurne ist.

„Man hat bei der Beratung gespürt, dass wirklich überall in Deutschland gelernt wird“, sagt Jascha, „darüber, wie die Bahá’í-Gemeinde ein integraler Teil der Gesellschaft in Deutschland sein kann. Wie man wirklich versteht, was die Nöte unserer Gesellschaft sind.“

Die Themen der Beratungen gehen von der Einbeziehung der Jugend und wie Gemeinden aufblühen können, bis zu Spenden und dem Einsetzen finanzieller Mittel. Unter anderem wird aus Gemeinden berichtet, die einen großen Schatz an Erfahrungen haben und in denen größere Gruppen von Kindern, Jugendlichen und Familien an den Aktivitäten teilnehmen.

Am Ende sagt Cora: „Ich bin wirklich sehr begeistert. Die gesamte Tagung und auch die Beratung war getragen von Liebe, von Verbundenheit, von Zusammenarbeit. Besonders in der heutigen Zeit, wo die Gesellschaft so von Spaltung und Polarisierung geprägt ist, war es eine Ehre für mich und eine Wohltat. Ich bin einfach dankbar, dass ich diese Beratung erleben durfte. Es zeigt mir auch, dass dieser Prozess der Integration wirklich im Gange ist. Dass wir uns da nicht entmutigen lassen müssen, egal was jetzt in der Gesellschaft um uns passiert. Das macht sehr viel Mut. Ich hoffe, dass ich das mit zurücknehmen kann und dass ich das in irgendeiner Weise weitergeben kann. Wir haben heute noch so ein schönes Zitat gelesen. Das würde ich gerne kurz vorlesen.“

Nach Shoghi Effendi sind die Nationaltagungen nicht als rein administrative Treffen gedacht. Ihr Hauptzeck besteht darin, den versammelten Abgeordneten und Freunden eine tiefere und umfassendere Sicht des Glaubens zu ermöglichen, indem sie den Geist der Einheit und der rückhaltlosen Zusammenarbeit verstärken.

Nationaltagungen werden in jedem Land abgehalten, das einen Nationalen Geistigen Rat hat. Die diesjährige Nationaltagung in Deutschland findet vom 25. bis 27 April statt.