Kinderklasse verbindet Familien

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Kinder auf der ganzen Welt lernen in Bahá’í-Kinderklassen, welche Tugenden in ihnen stecken und was sie damit bewirken können. Die Gruppen stehen allen Kindern zwischen fünf und elf Jahren offen. Die Holzkirchener Kinderklasse hat in den letzten Jahren mehr und mehr an Dynamik gewonnen, sodass mittlerweile viele Familien in den Prozess involviert sind. Sie gestalten nun Familiencamps und damit einen Raum, in dem sie mit allen Familienmitgliedern – Jung und Alt – zusammenkommen. Im April 2025 fand das zweite große Camp statt.

Fackelwanderung beim Familiencamp in Possenhofen, Foto: Chad Smith
Fackelwanderung beim Familiencamp in Possenhofen

HOLZKIRCHEN, Bayern. Vor zwei Monaten waren Tanja und ihre Söhne beim Familiencamp in Possenhofen. Noch immer ist die Familie voller Kraft und Inspiration aus dem bereits zweiten Treffen mit 70 Nachbarn, Freunden, Kindern, Senioren und vielen mehr. Eine treibende Kraft dieser Bewegung sind die lebendigen Kinderklassen. Bahá’í vor Ort hat sich mit Tanja getroffen. Sie wurde vor sechs Jahren das erste Mal zur Kinderklasse eingeladen und ist heute Teil des Organisationsteams der Familiencamps.

Was hat dich angesprochen, als du das erste Mal zur Kinderklasse eingeladen wurdest?

„Als Nassim mir das Konzept der Kinderklasse 2019 vorgestellt hat, dachte ich sofort: ‚Ja, klar‘. Unsere Kinder waren zusammen im Waldorfkindergarten. Ich habe damals schon etwas anderes für meine Kids gesucht. Etwas, bei dem es um die Seele und um geistige Entwicklung geht.“

Die Kinder lernen, welche Tugenden in ihnen stecken, Foto: Chad Smith
Die Kinder lernen, welche Tugenden in ihnen stecken.

Wie habt ihr zur Kinderklasse eingeladen?

„Nach und nach kamen weitere Kinder aus dem Waldorfkindergarten, Freunde und Nachbarn dazu. Bei Festen ergaben sich oft gute Gelegenheiten für Interessierte, die Kinderklasse kennenzulernen. In Gesprächen haben wir vermittelt, dass es um Werte und um Gemeinschaft geht. Wir versuchen, die Eltern da abzuholen, wo sie sind. Ich kann mich beispielsweise erinnern, dass ich einmal bei einer Mutter zu Hause war. Da hing ein Plakat mit der Aufschrift ‚Give peace a chance‘ im Kinderzimmer. Darauf konnte ich im Gespräch dann aufbauen.“

Was habt ihr gelernt?

„Nassim hat anfangs immer alles organisiert – und das auf eine wirklich beeindruckende Weise. Als sie mich dann einmal bat, bei der Organisation eines Festes mitzuhelfen, bin ich zunächst davon ausgegangen, dass sie mir konkrete Aufgaben zuteilen würde. Doch schon bald merkte ich, dass ich mich ganz eigenständig einbringen durfte und dass mein Beitrag genauso geschätzt wurde wie jeder andere. Wir machen auch jetzt die Erfahrung, dass viele Eltern denken: ‚Die machen das so gut. Wir können das nicht.‘ Wenn wir aber von Herzen ermutigen, tragen immer mehr Eltern zur Kinderklasse bei und gestalten sie mit. Und so war es jetzt auch beim Familiencamp: Jeder hat ganz automatisch Aufgaben übernommen. So haben wir das Camp alle gemeinsam gestaltet.“

Das Holzkirchener Familiencamp verbindet über Generationen hinweg, Foto: Chad Smith
Das Holzkirchener Familiencamp verbindet über Generationen hinweg.

Auch in Ihrer Nähe gibt es Kinderklassen. Wenn Sie vorbeischauen möchten oder sich in einer Kinderklasse engagieren möchten, melden Sie sich hier.