Der nachfolgende Artikel wurde auf Bahá’í World News Service veröffentlicht und kann hier im englischen Original gelesen werden: „Arts festival at Bahá’í temple affirms longing for connection and shared purpose“
LANGENHAIN, Deutschland – In einer Atmosphäre, in der Musik und Gespräche miteinander verschmolzen, erkundeten mehr als 1.500 Menschen aller Generationen, wie Kreativität, die in Spiritualität gegründet ist, Freude hervorbringen und Freundschaftsbande stärken kann. Anlass war das erste „Festival der Künste“, das kürzlich an einem Wochenende auf dem Gelände des Bahá’í-Hauses der Andacht in Hofheim-Langenhain stattfand.
Von Anfang an war das Festival mehr als nur ein kulturelles Treffen. „Bahá’í-Häuser der Andacht auf der ganzen Welt sind Orte der Begegnung – Räume, in denen Menschen über die Herausforderungen der Gesellschaft nachdenken und darüber, wie wir gemeinsam darauf reagieren können“, erklärte die Direktorin des Hauses der Andacht Karin Dimitriou.

Diese Häuser der Andacht, in den Bahá’í-Schriften als Mashriqu’l-Adhkár bezeichnet, verkörpern ein neues Konzept von Gotteshäusern: Heilige Stätten für Gebet und Meditation, die gleichzeitig Zentren sind, in denen die Harmonie zwischen Gottesdienst und Dienst an der Menschheit praktischen Ausdruck findet.
Frau Dimitriou fügte hinzu: „Die Künste helfen uns, komplexe Konzepte zu verinnerlichen und unser Verständnis durch Musik, Malerei, Theater und andere Formen zu vertiefen. Auf diese Weise können sie uns dazu inspirieren, dieses Verständnis in Dienste umzusetzen, die dem Leben unserer Familien, Nachbarschaften und Dörfer zugutekommen.“
Sieben Andachten, die während des gesamten Wochenendes im Tempel stattfanden, bildeten den Mittelpunkt der Veranstaltung. Zwischen diesen Momenten der Andacht gab es Bühnenaufführungen mit örtlichen und regionalen Chören, Musikern, Dichtern, Schauspielern und Geschichtenerzählern. Ausstellungen im Besucherzentrum zeigten Werke von Künstlern aus Hofheim-Langenhain, während in Zelten im Freien zum Mitmachen bei handwerklichen und künstlerischen Aktivitäten eingeladen wurde.
Das Programm spiegelte die Überzeugung wider, dass jeder Mensch künstlerische Fähigkeiten besitzt, die im Dienst am Gemeinwohl gefördert werden können. „Selbst jemand mit so wenig musikalischer Erfahrung wie ich konnte im Chor mitsingen“, berichtete ein Teilnehmer. „Das war eine bedeutungsvolle Erfahrung, die uns zusammengebracht hat.“

Für viele bot das Festival eine Vision davon, wie ein harmonisches Zusammenleben aussehen könnte – ein Ort, der sich wie ein Zufluchtsort anfühlte, an dem den Sorgen des Alltags mit Hoffnung begegnet wurde. „Die Atmosphäre hier erfüllt einen mit Hoffnung und inspiriert dazu, ähnliche Räume in der eigenen Nachbarschaft zu schaffen.“
Die Veranstaltung zeigte auch die Kraft der Künste, Barrieren zu überwinden. Menschen unterschiedlicher Herkunft und Glaubensrichtungen traten gemeinsam auf derselben Bühne auf, Besucher kamen mit Fremden ins Gespräch, Kinder zeigten ihre Bastelarbeiten und lösten damit neue Gespräche und Momente der Freude zwischen ihnen und ihren Eltern aus. „Diese gemeinsamen Erlebnisse“, so Frau Dimitriou, „helfen uns, einander als Mitglieder einer einzigen Menschheitsfamilie zu sehen.“
Die monatelangen Vorbereitungen und das Festival selbst brachten Menschen zusammen, deren Interaktion ihren Glauben an die Freundlichkeit und Freigebigkeit von Freunden und Fremden gleichermaßen stärkte.
„Kunst hat eine große Kraft, Verbindungen zwischen Menschen zu schaffen“, sagte Frau Dimitriou. „Hier am Haus der Andacht verbindet sich die Hinwendung zu unserem Schöpfer mit dem Dienst am Nächsten. Wir hoffen, dass solche Zusammenkünfte weiter wachsen werden – dass sie die Einheit fördern, die Kreativität beflügeln und uns allen helfen, uns eine friedlichere Zukunft vorzustellen.“

Unter news.bahai.org finden Sie Bilder vom Kunstfestival.




