Soziales Handeln in und mit der Gesellschaft – Lernerfahrungen aus 24 Jahren People’s Theater

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Bahá’í tragen den Wunsch in sich, gemeinsam mit anderen durch reine und gute Taten zur Besserung der Welt beizutragen. Auf der ganzen Welt entstehen deshalb soziale Projekte, die durch die Bahá’í-Lehren inspiriert sind; so auch im Jahr 2001 in Offenbach. Damals gründete Erfan gemeinsam mit einer Gruppe Jugendlicher den gemeinnützigen Verein People’s Theater, kurz PT. Mithilfe interaktiver Theatershows leistet das Projekt nun seit 24 Jahren einen wertvollen Beitrag zur Gewaltprävention. Bahá’í vor Ort hat vier langjährige Mitwirkende gefragt, was sie dabei gelernt haben.

Foto: Manuel Bahmer und Team
Anhand interaktiver Theatershows leistet People’s Theater e.V. seit 24 Jahren einen Beitrag zur Gewaltprävention.

Betrachte den Menschen als ein Bergwerk

OFFENBACH, Hessen. „Als People’s Theater 2001 gegründet wurde, war Offenbach schon ein heißes Pflaster“, lacht Iman. Er ist heute fest bei dem dort ansässigen Verein angestellt und erinnert sich daran, dass oft Konflikte entstanden, wenn die vielen Nationen, die in Offenbach zusammenlebten, aufeinandertrafen. Mittlerweile wird Offenbach in der Statistik als sicherste Stadt Hessens benannt. Der Leiter des Ordnungsamtes ist sich sicher: „People’s Theater hat einen Anteil daran.

Über 24 Jahre hinweg absolvierten an die 600 Jugendliche ein freiwilliges soziales Jahr bei PT. Sie besuchten Schulen in Offenbach, Hessen und mittlerweile ganz Deutschland, um über Werte wie Ehrlichkeit, Hoffnung und Mut zu sprechen und soziales Handeln zu üben. Der Umgang mit den Schülerinnen und Schülern war dabei stets von einem Zitat aus den Bahá’í-Schriften geprägt: „Betrachte den Menschen als ein Bergwerk, reich an Edelsteinen von unschätzbarem Wert. Nur die Erziehung kann bewirken, dass es seine Schätze enthüllt und die Menschheit daraus Nutzen zu ziehen vermag.1

Foto: Jennifer Mesbah
Obwohl das Projekt Bahá’í-inspiriert ist, sind nur 10% der Freiwilligen Bahá’í. Die Zusammenarbeit mit allen ist förderlich für das Projekt.

Vielfalt ist förderlich

Das positive Menschenbild ist tief in der DNA von People’s Theater verankert,“ erklärt Iman. Und dennoch sind nur circa 10% der Freiwilligen Bahá’í. Erfan sagt: „Das sind Jugendliche, die was bewegen wollen.“ Dabei sei es egal, welchem religiösen Hintergrund sie angehören, die Vielfalt sei sogar förderlich.

Wie bewahrt man sich seine Werte und Ziele, wenn man mit so vielen verschiedenen Menschen zusammenarbeitet? Erfan erklärt: „Das ist wie in der kooperativen Beratung, in der wir uns nicht von vorneherein auf ein Ergebnis festlegen. Wir haben eine Vision, aber den Pfad gehen wir gemeinsam.“ Methoden wie Beratung, Andacht und Reflexion sind dabei hilfreich. Iman sagt: „Für viele Klassen ist es etwas ganz Besonderes, dass sie ermutigt werden; dass Schülern Gehör geschenkt und auf das Positive geschaut wird. Das sind Dinge, die wir in der Bahá’í-Gemeinde selbstverständlich anstreben und die Menschheit dürstet zugleich danach.“ Er wünscht sich, dass das Potenzial, das in den Lehren des Bahá’í-Glaubens liegt, weiter in die Welt getragen wird und noch viel mehr solcher Projekte entstehen.

Foto: Manuel Bahmer und Team
Ermutigung und Zuhören gehören zu den Grundkonzepten von People’s Theater. Für viele Schulklassen ist das etwas ganz Besonderes.

Die Bahá’í-inspirierten Programme bieten vielfältige Möglichkeiten, um gemeinsam an der Vision einer besseren Welt zu arbeiten. People’s Theater ist offen dafür, weitere Bahá’í-inspirierte Projekte an den Verein anzuknüpfen. Melden Sie sich dazu unter info(at)peoples-theater.de. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.peoples-theater.de.

Fotos: Manuel Bahmer und Team (1,3), Jennifer Mesbah (2); Copyright: People’s Theater e.V.

  1. Bahá’u’lláh, Ährenlese 122 ↩︎