
Bahá’í glauben, dass durch die Entdeckung des Potenzials in jedem Einzelnen und die Weiterentwicklung seiner Fähigkeiten ein positiver Wandel in der Gesellschaft erreicht werden kann. Um vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich hierfür in ihrem Umfeld zu engagieren, wurde ein Trainingsinstitut entwickelt, das aus aufeinanderfolgenden Studienkreisen besteht. Diese befähigen die Teilnehmenden, sich für die Besserung der Gesellschaft einzusetzen. Nachbarschaften, in denen das Trainingsinstitut angewendet wird, profitieren davon und lassen wiederum diejenigen, die sich darin engagieren, wachsen. Anfang September 2025 haben 44 Personen bei einem persisch-sprachigen Camp mit dem ersten Studienkreis aus der Sequenz begonnen. Mona war auch dabei und hat Bahá’í vor Ort erzählt, wie es dazu kam.
Wissensdurst in der Erstaufnahmeeinrichtung
REGENSBURG, Bayern. Vor fast drei Jahren zog ein Ehepaar, das aus dem Iran geflohen war, in die Regensburger Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete. Sie wollten mehr über den Bahá’í-Glauben erfahren und waren davon bald so begeistert, dass sie ihren Mitbewohnern und Freunden aus dem Umkreis davon erzählten. Um ihren Wissensdurst zu stillen, besuchten sie online Studienkreise in persischer Sprache. Auch im nahegelegenen Nürnberg fanden Feste und Studienkreise auf Persisch statt, an denen die Gruppe ab und zu teilnehmen konnte. Auch als das Paar in eine Flüchtlingsunterkunft umzog, blieb der Kontakt bestehen.

Den Blick auf Einheit gerichtet
Schon bald entstand der Wunsch, sich auch in der eigenen Nachbarschaft regelmäßig zu treffen. Deshalb lud Mona einmal in der Woche zu sich nach Hause zu einer Andachtsversammlung ein. Für Feste und Feiertage wurde ein Saal angemietet. Die Organisation war jedoch herausfordernd, da die persischen Freunde noch nicht viel über die Strukturen und das Leben in Deutschland wussten. Viele waren zudem auf Jobsuche, warteten auf ihr Asylverfahren oder eine eigene Wohnung und mussten prägende Erlebnisse aus ihrer Vergangenheit verarbeiten. Auf den regelmäßigen Treffen beteten sie und sprachen über ihre Sorgen und Fortschritte. Sie lenkten ihren Blick auf die Einheit, indem sie über das Verbindende und ihre gemeinsame Vision von einer friedvollen Welt sprachen.

Dranbleiben!
Fast drei Jahre später, nach vielen Gesprächen, Gebeten und Studienkreisen, fand das erste Mal ein mehrtägiges Camp in Regensburg statt. Was für eine Freude! 44 Personen verschiedener Hintergründe ließen sich von den Bahá’í-Schriften inspirieren und tauschten sich über das Gebet und seine Wirkung aus. Die Erfahrungen, die sie selbst bei den wöchentlichen Andachtstreffen gesammelt hatten, bereicherten den Austausch und führten zu tiefen Erkenntnissen. Mona ist von der Mentalität begeistert: „Wenn diese Freunde an etwas glauben, dann bleiben sie richtig dahinter. Sie vertiefen sich immer weiter und werden nicht müde.”
Trotz all der Herausforderungen in ihren Leben, strahlten die Herzen aller Teilnehmenden hell, als das Camp zu Ende ging. Die Sehnsucht nach weiteren Studienkreisen und auch nach Angeboten für die Kinder und Jugendlichen ist groß, doch hierfür fehlt es der Gruppe aktuell an Unterstützung für die Organisation und Durchführung. Mona ist sich jedoch sicher: „Wir bleiben weiter dran, beten regelmäßig und werden irgendwann eine Möglichkeit finden.”
Auch in Ihrer Nähe gibt es Studienkreise. Wenn Sie Interesse haben, daran teilzunehmen, melden Sie sich unter kontakt(at)bahai.de. Weitere Geschichten zu Studienkreisen finden Sie hier: https://news.bahai.de/thema/studienkreise




