Bahá’í und ihre Freunde sind bemüht, zum Wandel der Gesellschaft beizutragen. Dabei orientieren sie sich an den Plänen, die das Universale Haus der Gerechtigkeit1 mit Mitwirkenden auf der ganzen Welt teilt und die dabei unterstützen, dass die gemeinsamen Bestrebungen nachhaltig wachsen können. Der aktuelle Plan umfasst eine Zeitspanne von neun Jahren. Im April 2026 endet seine erste Phase. Das Universale Haus der Gerechtigkeit ruft deshalb dazu auf, „gemeinsam darüber zu reflektieren, was gelernt und was erreicht wurde.“2 Bahá’í vor Ort hat sich an verschiedenen Orten in Deutschland umgehört und wertvolle Lernerfahrungen zusammengetragen.
Auftakt mit Konferenzen vor vier Jahren
2022 luden Bahá’í-Gemeinden auf der ganzen Welt zu Konferenzen ein, die Menschen jeglicher Herkunft zusammenführten. Gemeinsam planten sie nächste Schritte für ein friedvolles Miteinander. Auch in Deutschland strömten Tausende zu den Konferenzen. Mit Energie und Entschlossenheit verwirklichten die Teilnehmenden im Anschluss ihre Ideen in den Nachbarschaften. Sie teilten ihre Vision von Gemeinschaft und erweiterten den Kreis derjenigen, die tatkräftig dazu beitrugen.
An einigen Orten ist seitdem ein ausgeprägter Gemeinschaftsgeist spürbar. „Er äußert sich häufig als Gefühl der Zugehörigkeit und als Bewusstsein gemeinsamen Bemühens und gegenseitiger Unterstützung.“3 Nassim aus Oberlaindern erkennt das daran, dass mehr und mehr Nachbarn eine gemeinsame Verantwortung für die moralische und geistige Erziehung der Kinder wahrnehmen. Eine Gruppe von Freunden aus Bad Vilbel reflektiert, dass in ihrem wachsenden Kreis Mitwirkender jeder einzelne Beitrag wertgeschätzt und angenommen wird. In Essen und Köln tragen Nachbarschaftszentren zu mehr Sichtbarkeit bei. Die Angebote des Bahá’í-Bildungsinstitutes erreichen dadurch eine wachsende Zahl von Menschen.
Camps als Motor der Gemeinschaftsbildung
Alex aus Gauangelloch weist auf die besondere Schwungkraft von Camps hin, bei denen Familien, Jugendliche oder bestimmte Bevölkerungsgruppen zusammenkommen, Freundschaften pflegen und intensiv darüber nachdenken, wie sie zum Wandel der Gesellschaft beitragen können. Oft entstehen daraus Nachbarschaftsprojekte und regelmäßige Aktivitäten wie Kinderklassen oder Juniorjugendgruppen. In Hofheim entstand viel Dynamik rund um regelmäßige Feriencamps, die von Jugendlichen aus der ganzen Ortschaft unterstützt werden. Es wurde beobachtet, dass die Begeisterung in den benachbarten Stadtteil Lorsbach überschwappte und dort den Prozessen vor Ort neue Schwungkraft verlieh. Auch eine Gruppe aus Potsdam teilte ihre Erfahrungen mit anderen Nachbarschaften und lernte darüber, wie ihre neuen Freunde befähigt werden, selbstständig mit dem Bahá’í-Bildungsinstitut zu arbeiten.
Immer mehr Menschen schließen sich dem Prozess an und möchten zu einer blühenden Gemeinschaft beitragen. Es entstehen regionale und nationale Räume des gemeinsamen Lernens, in welche die Erfahrungen aus den Nachbarschaften eingebracht werden. Es breitet sich eine neue Dynamik des Beratens, Handelns und Reflektierens aus. Diejenigen, die an der Umsetzung des Plans mitwirken, wissen, dass sie Teil eines weltweiten Unterfangens sind und fühlen sich dadurch über die Grenzen hinweg miteinander verbunden.




