Jedes Jahr Ende April, treffen sich Abgeordnete aus ganz Deutschland zur Nationaltagung. Sie dauert ein Wochenende und besteht aus Beratungen und Austausch sowie der Wahl des nächsten Nationalen Geistigen Rates, dem Verwaltungsgremium der Bahá’í-Gemeinde in Deutschland. Das Gespräch der Abgeordneten mit dem scheidenden und dem neu gewählten Nationalen Geistigen Rat war auch dieses Jahr tiefgründig, einsichtsreich und beruhte auf direkten Erfahrungen beim Aufbau lebendiger Gemeinschaft. In den Pausen teilten Teilnehmende ihre Einblicke mit Bahá’í vor Ort.
Eine Vision vom Wandel der Gesellschaft zur Einheit in der Vielfalt
LANGENHAIN, Hessen. „Ich nehme mit, dass es sehr viele Orte gibt, wo etwas passiert, wo Menschen in Bewegung kommen und etwas Neues entsteht. Es gibt mir Gänsehaut, diese vielen Berichte zu hören“, schwärmt Susanne aus Emmendingen. Sie ist eine der Abgeordneten auf der 96. Nationaltagung. Dort wählen Vertreter aus ganz Deutschland den Nationalen Geistigen Rat (Bahá’í vor Ort berichtete) und entwickeln gemeinsam eine Vision vom Wandel der Gesellschaft. In diesem Jahr verbinden sich Berichte, Lernerfahrungen und Einsichten zu einem wachsenden Verständnis dessen, was in Deutschland möglich ist. Es herrscht ein Geist des gemeinsamen Lernens und der Einheit.
Breite Beteiligung an Aktivitäten des Bahá’í-Bildungsinstituts
Aus ganz Deutschland werden Erfahrungen geteilt, wie mithilfe des Bahá’í-Bildungsinstituts zum Wandel der Gesellschaft hin zu einer Einheit in Vielfalt beigetragen werden kann. Diana aus Weil der Stadt teilt, dass sie gemeinsam mit afghanischen und türkischen Familien eine Kinderklasse gestaltet. In Holzkirchen lernt Cora, ihre Freunde von Anfang an in die Planung neuer Projekte für den Gemeinschaftsaufbau zu involvieren. An vielen Orten haben sich Camps als wirksames Mittel erwiesen, um möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, das Angebot des Bahá’í-Bildungsinstituts kennenzulernen. So erzählt Erfan aus Bad Vilbel vom sechsten Feriencamp in seiner Nachbarschaft und wie wichtig es ist, mit dem Bildungsangebot der Bahá’í-Gemeinde auf die Bedürfnisse vor Ort einzugehen.
Mit anderen gemeinsam Lösungen entwickeln
Die Teilnehmenden gehen ermutigt aus der Nationaltagung. Sie haben erkannt, dass sie mit ihren Bemühungen auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten und sehen, welcher Wandel dadurch möglich ist. Die Beratungen haben ihnen neue Inspiration gegeben, die sie im Anschluss mit allen teilen, die am Prozess der Gemeinschaftsbildung beteiligt sind. Ferah aus Quierschied sagt: „Ich habe gelernt, dass es sehr wichtig ist, auf andere Menschen zuzugehen und nicht mit vorgefertigten Lösungen zu kommen. Denn am Ende können wir sehr viel von anderen lernen. Es ist wichtig, dass wir uns mehr und mehr diesem Wir bewusst sind, uns gemeinsam mit anderen Menschen auftun und Lösungen entwickeln.”




